BIM-Cluster-Treffen Landschaftsarchitektur und Vermessung

Zum BIM-Cluster Treffen „BIM - nicht nur für Landschaftsarchitekten“ hatte die Architektenkammer Rheinland-Pfalz am 27. August 2018 eingeladen. Sie richtete sich hauptsächlich an Landschaftsarchitekten und Vermesser. Knapp 50 Teilnehmer lauschten den drei Vorträgen.
Der erste Vortrag von Herrn Prof. Dr. Thon, „BIM in der Landschaftsarchitektur“, befasste sich mit den Grundzügen von BIM. Professor Thon vermittelte Basiswissen und erläuterte zahlreiche Fachbegriffe. Er hat den einzigen bisherigen Lehrstuhl zum Thema in Geisenheim inne.

Im zweiten Vortrag „Grundlagenermittlung durch zeitgemäße Vermessungstechnik“ zeigte Dipl.-Ing. Martin Petry, Vermessungsingenieur aus Solch, zahlreiche Praxisbeispiele und erläuterte die aktuellen Potentiale und Kombinationsmöglichkeiten von klassischen Aufmaßverfahren, Fotogrammmetrie und Scans.
Er zeigte Anwendungsfelder wie z.B. die Optimierung von Tragstrukturen durch Aufmaß der Verwindung bei unterschiedlicher Belastung, den Einsatz zur Baustellendokumentation, sowie das Aufmaß mehrerer Burgen zur Grundlagenermittlung und Dokumentation für denkmalpflegerische Arbeiten.

Im Anschluss berichtete Prof. Dr. Ing. Erich Wieser in Vertretung von Frau Dr. Beckefeld von den neuesten Entwicklungen der Digitalisierung im Vermessungsamt Wiesbaden. Herr Dr. Wieser ist Professor an der TU Darmstadt und Leiter der Abteilung Stadtvermessung.
Frau Dr. Beckefeld hatte bereits 2016 vom 3D-Aufmaß der Stadt berichtet. Professor Wieser zeigte neue detailliertere Vermessungsmethoden und Anwendungsfelder wie z.B. Hochwasserszenerien auf. Sein Ziel ist es, eine Verknüpfung der GIS Datensammlung mit dem 3-D-Modell zu entwickeln. Die Daten stehen allen Planern zur Verfügung und können im Tiefbau- und Vermessungsamt Wiesbaden abgerufen werden. Perspektivisch wird die Anbindung an andere Ämter gewünscht, so dass auch Informationen zum Tiefbau mit in das Stadtmodell einfließen.

Im Anschluss der Vorträge fand ein reger Austausch von Teilnehmern und Referenten statt. Das nächste BIM-Cluster-Treffen zum Thema „Handwerk und Digitale Ausführung“ findet am 5. Dezember bei der HWK Koblenz statt.

BIM-Cluster-Treffen in Bad Kreuznach

Am 19. Juni 2018 fand im Ingenieurbüro Verheyen in Bad Kreuznach ein BIM-Cluster-Treffen mit dem Schwerpunkt „Infrastruktur“ statt. Zunächst referierte Dipl.-Ing. Bernhard Bock von OBERMEYER Planen + Beraten GmbH, Kaiserslautern. Er richtete seinen Fokus auf die Skaleneinordnung und den Gültigkeitsbereich, auf Modellanalogien sowie auf Vorgaben und Datenbereitstellung bei BIM in der Infrastruktur. Außerdem stellte er aktuelle BIM-Infrastrukturprojekte bei OBERMEYER vor. Aus seiner Sicht funktioniert BIM in der Infrastruktur und kann auch als IFC-Modell übergeben werden. Derzeit würden aber noch individuelle Typen und Eigenschaften verwendet, da es noch keine standardisierten Typen und Eigenschaften für BIM in der Infrastruktur gibt.

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Volles Haus beim Gastgeber Ingenieurbüro Verheyen in Bad Kreuznach.

Dipl.-Ing. (FH) Mathias Steitz von VERHEYEN-INGENIEURE legte im Anschluss den aktuellen Stand des BIM-Pilotprojekts RLP - Brücke über die Prüm bei Minden dar, bei dem die Anwendung der BIM-Methode im Wirkungsbereich des Landesbetriebs Mobilität erprobt wird. Die für die Bauwerksmodellierung erforderlichen CAD-Software ist vorwiegend für den Einsatz im Hochbau ausgelegt und kann die Raumkurve als Bezugskoordinatensystem in der Brückenmodellierung nicht direkt verwenden. Im Rahmen des Vortrags wurde die Anwendung des visuellen Programmierwerkzeugs Dynamo als mögliche Alternative zur achsbezogenen Konstruktion vorgestellt. Die Straßenachse wurde aus dem Deckenbuch ausgelesen und als Spline programmiert. Die achsabhängigen Brückenelemente wurden dann für die Bearbeitung mit Revit parametrisch erzeugt.

Andreas Verfürth, Sales Manager der SOLIBRI DACH GmbH in Hamburg zeigte, wie mit der Qualitätssicherung von BIM-Modellen die Planungsqualität der Projektbeteiligten, der Informationsaustausch zwischen den Projektbeteiligten und dem Auftraggeber sowie die Verwertung von Informationen im Rahmen der BIM-Arbeitsmethodik zweifelsfrei optimiert werden können. Die Erfüllung des legitimen Anspruchs der Auftraggeber, selbstverständlich auch der Planer, nach einer Qualitätssicherung für das beauftragte Bauwerk auf hohem - im besten Fall auf höchstem Niveau - ist allerdings insbesondere bei komplexen Projekten nur mit einer dafür explizit geeigneten Softwarelösung möglich. Anhand des präsentierten wertvollen Basiswissens zum Thema Qualitätskontrolle / Qualitätssicherung und des Solibri Model Checkers wurde dies anschaulich dargestellt.

Sowohl nach den Vorträgen als auch beim abschließenden Get together kamen die Teilnehmer angeregt ins Gespräch und vertieften ihre Erkenntnisse. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Gastgeber Dipl.-Ing. (FH) Frank Haupenthal M. Sc. und der Cluster-Sprecherin Dipl.-Ing. (FH) Wilhelmina Katzschmann.

Das nächste BIM-Cluster-Treffen findet am 27.08.2018 zum Thema Landschaftsarchitektur und Vermessung in der Architektenkammer Rheinland-Pfalz statt.

Architekten und Ingenieure kooperieren bei BIM-Fort- und Weiterbildung

Höchste Qualität von Anfang an: Bundesarchitektenkammer und Bundesingenieurkammer vereinbaren gemeinsame Standards

Bundesarchitektenkammer (BAK) und Bundesingenieurkammer (BIngK) vereinbarten am 23.01.2018 die Zusammenarbeit für die Fort- und Weiterbildung von Architekten und Ingenieuren im Bereich des digitalen Planens. „Angesichts der Vielzahl der Anbieter von Fortbildungen ist die Formulierung gemeinsamer Standards zur Sicherung der Qualität im Sinne der planenden Berufe geboten“, so die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann. Der Präsident der Bundesingenieurkammer, Hans-Ullrich Kammeyer, wies bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung darauf hin, dass die Planer am Anfang jedes Planungsprozesses stünden: „Daran wird sich auch durch BIM nichts ändern. Für die Generierung der maßgeblichen Daten zur Erstellung des BIM-Modells sind nach wie vor die Planer verantwortlich. Die Daten für die Planung von Bauten und Bauwerken speisen sich zudem aus verschiedenen Quellen. Umso unerlässlicher ist die koordinierende Funktion im BIM-Prozess“. Ettinger-Brinckmann betonte, dass Architekten und Ingenieure aus guten Gründen auch weiterhin an der Aufgabenteilung zwischen Planung und Bauausführung festhielten: „Das Konzept der unabhängigen Planung hat sich im Hinblick auf Qualität und Kosten bewährt. Planungsseite und Ausführungsseite kooperieren eng und kollegial miteinander, müssen aber im Interesse des Bauherrn auch weiterhin wirtschaftlich und organisatorisch eigenständig bleiben.“

Die von den Architekten- und Ingenieurkammern deutschlandweit angebotenen Fortbildungsbasisseminare beruhen auf der buildingSMART/VDI Richtlinie 2552 Blatt 8.1 und garantieren damit höchste Weiterbildungsqualität. Der nächste Schritt ist die Entwicklung des Curriculums für einen Vertiefungskurs auf Grundlage der demnächst abgeschlossenen buildingSMART/VDI Richtlinie 2552 Blatt 8.2 ff.

Gemeinsame Pressemitteilung der BIngK und BAK vom 23. Januar 2018

Link: Kooperationsvereinbarung

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Barbara Ettinger-Brinckmann (Präsidentin der Bundesarchitektenkammer) und Hans-Ullrich Kammeyer (Präsident der Bundesingenieurkammer) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung zu einheitlichen Standards in der BIM-Fort- und Weiterbildung.
Bildquelle: Uwe Steinert