27.05.2020

Online-Seminar „Digitaler, BIM-basierter Bauantrag“

Die Digitalisierung des Bauens erfordert auch die Digitalisierung bauordnungsrechtlicher Verwaltungsverfahren. Deshalb wurde – gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie die Forschungsinitiative ZukunftBAU – ein Konzept für die nahtlose Integration von Building Information Modeling (BIM) in das behördliche Bauantragsverfahren erarbeitet.

Unter Mitwirkung verschiedener Projektpartner konnten bereits Anfang April 2020 die Ergebnisse vorgestellt werden. Die Ziele, Ergebnisse, prototypische Software sowie eine Evaluierung finden Sie unter bimbauantrag.de.

Da das Thema „Digitaler, BIM-basierter Bauantrag“ auch im BIM-Cluster Rheinland-Pfalz intensiv nachgefragt wurde, fand am 27. Mai 2020 dazu ein Online-Seminar statt. Über 100 Teilnehmer aus der Bauwirtschaftsbranche zeigten großes Interesse.

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Digitaler Bauantrag

Im ersten Vortrag stellte Michael Theiler (Projektleiter planen-bauen 4.0 GmbH) das Projekt „BIM-basierter Bauantrag“ vor. Ziel des Forschungsprojekts war es, ein Konzept für die Integration von BIM in das behördliche Bauantragsverfahren zu erarbeiten. Durch eine effiziente Nutzung von digitalen BIM-Modellen und bundeseinheitlichen offenen Datenstandards bei bauordnungsrechtlichen Verwaltungsverfahren, sollen Genehmigungsverfahren erleichtert werden. Der Planer als Partner des Bauherrn erhält außerdem neue Möglichkeiten in der Kommunikation mit dem Bauamt, da er digital direkt in den Prozess miteingebunden ist. Der Umweg über den Bauherren entfällt. Über eine Prüfsoftware kann der Planer vorab sein Modell auf Genehmigungsfähigkeit validieren. Hinzukommt, dass digitale Gebäudemodelle direkt zur Prüfung an die Baubehörden hochgeladen werden können. Damit liegt die Planung beim Amt nicht mehr in 2D-Daten, als PDF oder im DWG-Format, sondern als IFC-Modell vor. Der Prüfstatiker kann dann hierauf seine Prüfstatik aufbauen. Die Ergebnisse des Projekts sollen als Grundlage für die Implementierung eines bundesweit einheitlichen digitalen Bauantragsverfahrens auf BIM-Basis dienen.

Dazu war es zunächst notwendig, die Anforderungen an BIM-Modelle im Bauantragsverfahren und die zugehörigen Prüfprozesse zu analysieren. Eine Grundlage für den interoperablen Datenaustausch mittels eingeführter Austauschstandards musste geschaffen werden. In Zusammenarbeit mit BAK, BIngK und anderen Verbänden wurden Vorgaben zur zweckmäßigen Informationstiefe (3D Geometrie, alphanumerischer Daten, etc.) aufgestellt und hinsichtlich des Erstellungsaufwands bewertet. Des Weiteren wurden die Vorteile teilautomatisierter Prüfungen von Bauanträgen basierend auf BIM-Modellen geprüft und Software zur Erzeugung und Bearbeitung des BIM-basierten Bauantrags prototypisch implementiert.

Die Stadt Dortmund hatte sich als Modellkommune, die den BIM-basierten Bauantrag unterstützt und für kommende Bauvorhaben ermöglichen will, für das Projekt zur Verfügung gestellt. Im zweiten Vortrag wurde das erste reale Bauvorhaben im Forschungsprojekt vorgestellt: das Bürogebäude Ocean 21 von Drahtler Architekten aus Dortmund. Drahtler Architekten haben für dieses Projekt allgemeingültige Modellierungsrichtlinien erarbeitet, die zukünftig als Basis für BIM-basierte Bauanträge dienen sollen. Den Nutzen durch das digitale Bauantragsverfahren erlebten Architekt Marius Drahtler und seine Frau Tina, ebenfalls Architektin, als vielfältig. Weniger Aufwand entsteht z.B. durch die papierlosen Unterlagen. Architektin Drahtler betonte, dass bei einer modellorientierten BIM-Planung viele relevante Punkte bereits in den Leistungsphasen 3 und 4 abgeklärt werden, die sonst erst in der Ausführungsplanung mit Leistungsphase 5 bearbeitet werden. Damit sich die intensive Arbeit während der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Büros lohnt, müssen die Projekte mindestens bis nach der Ausführungsplanung betreut werden.

Im Frühsommer 2020 wird in der Fortführung der erste komplett BIM-basierte Bauantrag für ein Folgeprojekt von Drahtler Architekten eingereicht.

 

29. Januar 2020

BIM Deutschland - Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens

BIM Deutschland ist das nationale Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens. Es ist die zentrale öffentliche Anlaufstelle des Bundes für Informationen und Aktivitäten rund um Building Information Modeling (BIM). Die Produkte, offenen Standards und Konzepte werden sowohl dem öffentlichen Bau als auch der gesamten Wertschöpfungskette Bau zur Verfügung gestellt.

Das Zentrum wird gemeinsam vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) betrieben. Ziel ist ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen im Infrastruktur- und Hochbau.

Dafür führt BIM Deutschland die Aktivitäten, Erkenntnisse und Erfahrungen zum Einsatz von BIM auf nationaler und internationaler Ebene zusammen. Es arbeitet mit Experten aus allen Bereichen des Bauwesens zusammen.

Sie entwickeln dieses Wissen weiter und stellen es BIM-Anwendern zur Verfügung. In diesen Prozess wird insbesondere das Wissen der Stakeholder und regionalen BIM-Cluster einbezogen. BIM Deutschland fördert durch den Open-BIM-Ansatz den Austausch der Daten auf Basis offener Datenstandards.

Durch Beratungen, Veranstaltungen, Fort- und Ausbildungskonzepte sowie das BIM-Portal wird die gewonnene Expertise bundesweit vermittelt. Das BIM-Portal ist eine Plattform, die Muster, Vorgaben und Werkzeuge für alle Anwender im öffentlichen wie auch im privatwirtschaftlichen Bau bereitstellt.

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Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) und Staatssekretärin Anne Katrin Bohle (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) haben das nationale Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens, BIM Deutschland, am 29. Januar 2020 eröffnet.

 

28. April 2020

Online-Seminar „Open BIM-Lab Rheinland-Pfalz“

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland, entschlossen sich die Akteure des BIM-Clusters dazu, den Interessenten der BIM-Methodik, nicht wie gewohnt im Rahmen einer Vortragsveranstaltung, sondern erstmalig auf digitalem Wege Informationen rund um das Thema Building Information Modeling (BIM) näher zu bringen. Das Cluster-Treffen am 28.04.2020 wurde aus diesem Grund als Online-Seminar durchgeführt. Im Vortrag erläuterte Aqib Rehman, M. Sc. in seiner Funktion als Leiter der internen Arbeitsgruppe BIM des Fachgebietes Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Kaiserslautern die Grundfunktionalitäten und Ziele des Forschungsprojektes „Open BIM-Lab Rheinland-Pfalz“.

Die Vizepräsidentin der Ingenieurkammer und Sprecherin des BIM-Clusters Rheinland-Pfalz, Dipl. Ing. (FH) Wilhelmina Katzschmann, begrüßte die 35 Online-Seminar-Teilnehmer und informierte über die anstehenden und aktuellen Aktivitäten des Clusters. Nach einer anschließenden Erläuterung der technischen Möglichkeiten und Funktionen der genutzten Online-Seminar-Plattform startete Herr Rehman sein anderthalbstündiges Referat zu dem vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB), in einer Anschubfinanzierung geförderten BIM-Labor. Ähnlich wie in einer Präsenzveranstaltung hatte die Zuhörer die Möglichkeit, durch Fragen im Chat und Live-Schaltungen interaktiv das Online-Seminar mitzugestalten.

Vorstellung BIM-Lab RLP

Bei dem geplanten Open BIM-Lab Rheinland-Pfalz handelt es sich um die Weiterführung des abgeschlossenen Forschungsprojektes zur bedarfsgerechten Analyse der Umsetzung der BIM-Methodik beim Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB). Geplant ist im Rahmen des Forschungsprojektes die Einrichtung eines universitären Digitalisierungshubs im Bereich des Bauwesens. Ziel ist, die Bereiche der Forschung, Lehre, Entwicklung und Praxis durch die Einrichtung des Labors näher zusammenzuführen und eine Ausgangsbasis für weitere Bestrebungen beim Vorantreiben der BIM-Methodik in der praktischen Abwicklung von Bauprojekten zu schaffen. Das BIM-Labor dient zur Erforschung elementarer Zusammenhänge der BIM-Methodik und ermöglicht gleichzeitig sowohl Studierenden, als auch sämtlichen Bauakteuren der Praxis, eine betreute Umsetzung der digitalen Arbeitsmethoden im Bauwesen. Die Einbindung von Praxispartnern reicht dabei von Gastvorträgen über Erfahrungsberichte bis hin zur Durchführung tatsächlicher Förder- und Forschungsprojekte im universitären Umfeld.

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Der von Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer geleitete Fachbereich Bauingenieurwesen führt das Forschungsprojekt „Open BIM-Lab Rheinland-Pfalz“ in Kooperation mit dem Fachbereich Architektur durch. Das Vorhaben lebt von der Mitarbeit und der Mitwirkung der Praxispartner. Die Unterlagen der Präsentation, die Aufzeichnung des Online-Seminars und alle weitergehenden Informationen zu Möglichkeiten der Mitwirkung können Sie unter dem Link www.bim4rlp.de abrufen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Aqib Rehman, M. Sc. (Projektleitung)
Fachgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft
Institutsleitung Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer
aqib.rehman@bauing.uni-kl.de

 

 

 

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24.01.2017: BIM-Gipfel 2017: Masterplan zum Bauen 4.0

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Anpassungsbedarf in der Normung
Fachartikel „Building Information Modeling in der Abwasserableitung mit openBIM“ von Bernhard Bock & Eberhard Michaelis

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